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Geschichte

Verbandsgeschichte des SKM 


Gründung:

Es hat lange gedauert, bis es im September 1912 in Essen zur Gründung des Katholischen Männer-Fürsorge-Vereins (KMFV) kam. Die 50. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands hatte bereits 1903 – namentlich für große Städte und Industriegebiete – die Gründung von Jugend-Fürsorge-Vereinen dringend empfohlen, nachdem man erkannt hatte, dass die Betreuung „gefährdeter und verwahrloster Jünglinge und Knaben“ durch die Mitglieder der Vincenzvereine nicht ausreichte und die vielfachen und schwierigen Aufgaben der Jugendfürsorge eine besondere Schulung erforderten. In den nachfolgenden Jahren entstanden an einigen Orten “ Vincenz-Fürsorge-Vereine für Knaben und Jünglinge“.

Aber es bedurfte eines erneuten Anstoßes durch die tagende “57. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands“im Jahre 1910, die die Forderung nach größerer Ausgestaltung des Fürsorgewesens und nach Gründung von katholischen Vereinen erhob. Insbesondere das Referat von Agnes Neuhaus über “Moderne Probleme der Jugendfürsorge“ gab den Anstoß, eine neue Organisation mit dem Namen „Katholischer Männer-Fürsorge-Verein“ zu gründen, statt die bereits bestehenden Vincenz-Konferenzen stärker mit fürsorgerischen Aufgaben zu betrauen. Noch im Gründungsjahr 1912 zählte der Gesamtverein bereits 19 Ortsgruppen (1913 – 1939).


1. Weltkrieg

Doch schon bald kam der erste große Rückschlag in der Entwicklung des Verbandes. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden die Mitarbeiter des KMFV zum Wehrdienst einberufen und hatten keine Möglichkeit mehr, sich ihrer Aufgaben in der sozialen Arbeit zu widmen.

Wie in einem Rückblick aus dieser Zeit zu lesen ist, brachte die “Nachkriegszeit mit ihrer Lockerung der Sitten und ihrer Verwirrung und Verwilderung der Jugend auch dem Männer-Fürsorge-Verein vermehrte Arbeit. Die Anzahl der zu erledigenden Fälle, welche von Behörden, Geistlichen, Lehrern, Vereinsmitgliedern, Eltern etc. gemeldet wurden, gingen weit über jene der Vorkriegszeit hinaus.“

Der KMFV nahm, verstärkt durch die soziale Gesetzgebung der Jahre 1921 bis 1924, eine stürmische Entwicklung. 1927 gehörten bereits 138 Ortsgruppen dem Gesamtverein an; diese Zahl stieg bis 1933 auf über 200, als durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten die Arbeit der Fürsorgeverbände erheblich eingeschränkt und die gesamte Jugendfürsorge der „N.S.-Volkswohlfahrt“ übertragen wurde. Die Fürsorge-Vereine durften sich allenfalls noch um die Betreuung von “Asozialen“ kümmern.


2. Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg schließlich zerschlug das gesamte Gefüge des Männer-Fürsorge-Vereins. Eine systematische Fürsorgearbeit wurde unmöglich. Nur an wenigen Orten gelang es, dank günstiger Umstände, den Verein über Kriegs- und Nachkriegswirren aufrechtzuerhalten.

Die Not der unmittelbaren Nachkriegszeit ließ einen schnellen Wiederaufbau des Verbandsgefüges nicht zu. Dieses Kapitel der Vereinsgeschichte begann erst Wieder 1948, als Domkapitular Prälat Braekling, Paderborn, den Vorsitz des Gesamtvereins übernahm. Neben den “überlebenden“ 15 bis 20 Gruppen entstanden bis 1949 weitere 20 Gruppen des KMFV.

Die nachfolgenden Jahre sahen zwar keine stürmische, dafür aber stetige Weiterentwicklung des Gesamtvereins, der sich 1962 den neuen, das Programm des Vereins charakterisierenden Namen “Sozialdienst Katholischer Männer“ (SKM) gab.


Heute

Ein weiterer Meilenstein der Geschichte des Verbandes war die von vielen Ortsvereinen immer wieder geforderte und 1980 beschlossene Öffnung der Mitgliedschaft für Frauen.

In den folgenden Jahren wurden zunehmend Frauen sowohl als Mitglieder und Mitarbeiterinnen in die Vereine aufgenommen, als auch in leitenden Aufgaben auf den unterschiedlichen Ebenen des Verbandes tätig, so dass sich die Frage des Verbandsnamens erneut stellte. Einerseits sollte das „Bewährte“ nicht ohne Grund aufgegeben werden, andererseits sollten sich die Frauen mit dem Verbandsnamen identifizieren können. Außerdem war zu berücksichtigen, dass der Verbandsname analog auf die anderen Ebenen des Verbandes (Ort, Region, Kreis, Diözese) übertragbar bleibt.

Nach langwierigen Vorbereitungen und vielen Diskussionen einigte sich die Vertreterversammlung des Verbandes im Oktober 1991 auf die Bezeichnung: 

SKM – Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland e. V.

SKM-ANEAist ein vom SKM Augsburg gegründeter und koordinierter Helferkreis, der bisher in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg in der Not-Erst-Aufnahme in der städtischen Turnhalle der Reischleschen Wirtschaftsschule im Einsatz war.                                                                                             

Unterm Dach des SKM Augsburg wird der Einsatz von über 30 ehrenamtlichen Helfer/-innen im Schichtdienst vor Ort koordiniert. Die Aufgaben der multikonfessionellen Ehrenamtlichen von SKM-ANEA  in der Augsburger Not-Erst-Aufnahme in städtischen Turnhallen umfassen:

Neben den so wichtigen Kümmerer-Diensten ist es Ziel vonSKM-ANEA, den Asylbewerbern/-innen gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes in Deutschland durch „Mittler“ (Dolmetscher) Informationen zum Gastgeberland und Gastgeberort darzulegen. Dazu gehören auch die Hausordnung und festgelegte Strukturen, die in den wichtigsten Sprachen in mündlicher und schriftlicher Übersetzung vermittelt werden.

Das Beachten von Hygiene & Sauberkeit in den Unterkünften, das Klarlegen von Rechten & Pflichten, ein respektvolles & freundliches Miteinander von Muslimen, Christen, Orthodoxen und Nichtkonfessionellen – all dies ist wichtig als Prävention gegen Fremdenfeindlichkeit und zur Vermeidung von Parallelgesellschaften.

Mit SKM-ANEA leisten wir einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in solchen Not-Erst-Aufnahme-Einrichtungen und in unserer Stadt Augsburg und entlasten Mitarbeiter/-innen von Stadt und Regierung bei diesen neuen Herausforderungen.

Not-Erst-Aufnahmeeinrichtungen sind das erste deutliche Signal, das Deutschland im Hinblick auf die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge aussendet. Umso wichtiger ist es, dass dieses Signal von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mit getragen wird, Strukturen vorhält und zugleich den ersten Schritt einer notwendigen Integration darstellt – unabhängig davon, wie lange jeder einzelne Flüchtling bei uns im Lande bleibt.

Kontakt:
Christiane Schmid
Dipl. Sozialpädagogin (FH)
Geschäftsleitung

SKM Augsburg
 Katholischer Verband
für soziale Dienste e.V.
Klinkertorstraße 12
86152 Augsburg

T     0821-1551 52
M    0151 / 144 74 339 
E     christiane.schmid@skm-augsburg.de
W   www.skm-augsburg.de